Stückfass und Wein

Stückfass oder Stückfaß bezeichnet ein Gebinde in welchem Wein reift, lagert, gärt, eben verarbeitet wird. In alten Schriften lässt sich als zusätzliche Maßeinheit zu Grösse folgendes finden: Ein Stückfass  = 7½- 8 ¼ Ohm oder 15-16 Eimer Wasser oder 1½ Fuder.

Des weiteren gibt es Angaben aus der Pfalz wonach bis etwa 1950 in der Pfalz das Stückfaß als Maßeinheit verwendet wurde. Ein Stückfaß hatte damals 1.200 Liter.

Auf den Webseiten der Weinküferei Herbster aus Kirchhofen gibt dieser an:
Das Stückfass
Holzfassreife im Weinausbau hat eine unendlich lange Tradition. In den letzen Jahrzehnten wurde jedoch dieses Behältnis von Stahl- und später von Edelstahlfässern verdrängt. Nur das kleine Barrique (225l) hat sich im Premium – Rotweinausbau etabliert. Inzwischen kümmern sich immer mehr badische Weingüter wieder um das große Holzfass – insbesondere um das Stückfass mit 1.200 ltr. Fassungsvermögen. Dieses Fass hat eine Daubenstärke von über 4 Zentimeter und bietet somit einen sehr fein dosierten Sauerstoff Austausch. Ebenso sind diese Fässer vor Gebrauch „weingrün“ gemacht, so dass der Wein keine Holzaromatik aufnehmen kann. Wichtig beim Holzfass Ausbau ist, dass die Weine mit der Feinhefe gelagert werden – dies erhält die Frische und verleiht viel Eleganz.

Urkundlich erwähnt wird der Bergriff Stückfass auch im Sagenbuch der Bayer.
Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 209-212.

Doch wollt Ihr seh’n in den deutschen Gau’n,
So Selt’nes, als nie Ihr gewähnet,
So müßt Ihr den Garten in Bamberg schau’n,
Der hoch auf der Brücke sich dehnet;
Und zeigt Ihr mir das an der Elbe, am Rhein,
So soll mein Stückfaß verloren sein.«

weitere Reime…

letzter Reim:

Und drückten dem Fürsten die wackere Hand,
Die mild dem Drucke begegnet,
Wohl war kein einzig deutsches Land
An Früchten so reichlich gesegnet.
Und lächelten heiter, und schlugen ein:
»Dein, Bamberger, soll das Stückfaß sein.«

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