Winter-Weine ~ nach dem Skispaß greifen wir zum Roten

Welcher Wein passt zum Winter – diese Frage zu beantworten scheint nicht schwer: wenn roter Mohn auf den Feldern blüht und rote Kirschen an den Zweigen reifen, trinken wir weißen Wein. Nach dem Ski-Spaß im weißen Pulverschnee greifen wir zum roten. Paradox?
Auch der Glühwein, mit dem wir uns auf dem Weihnachtsmarkt erst die Hände auftauen, um uns anschließend ordentlich einzuheizen, ist hierzulande meistens rot.

Wein zum Winter

Was braucht’s für einen guten Glühwein?

Natürlich genügt für diesen Zweck ein einfacher Wein – doch dieser sollte von ordentlicher Qualität sein. Gut eignen sich trockene bis halbtrockene, fruchtbetonte Weine mit so viel Power, dass sie sich im Zusammenspiel mit den intensiven Gewürzen (und notfalls „gegen“ sie) behaupten können.
Die Weine sollten nicht nicht zu süß, nicht zu schwer, nicht zu alkoholreich, nicht zu säurehaltig, nicht zu tanninbetont und nicht in Eiche gelagert sein.
Solide Weine aus folgenden Rebsorten haben das Zeug zu einem zünftigen Glühwein: Bardolino, Blaufränkisch, Dornfelder, Merlot, Montepulciano, Pinot Noir, Regent, Spätburgunder, Trollinger, Valpolicella und Zweigelt.

Rotwein im Winter

Doch zurück zu den pur zu genießenden Weinen. Und dem Phänomen, dass wir weiße Weine eher mit „Frische“ assoziieren, rote hingegen mit „Heißblütigkeit“ und „Kaminfeuer“. Weißweine trinken wir gekühlt bei etwas über(!) Kühlschranktemperatur, Rotweine bei etwas unter(!) Zimmertemperatur.
Rot- und Weißweine unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten: den Farbpigmenten und dem Gerbstoff. Entsprechend der helleren Optik offerieren Weißweine oft grüne oder gelbe Fruchtnoten, die als frisch und lieblich empfunden werden – Rotweine hingegen in ihrem dunkleren Kleid transportieren „dunklere“ (rote, blaue, schwarze) Aromen, die wir als kräftig wahrnehmen. Entscheidend aber sind die Tannine, die im Weißwein kaum vorhanden sind, während sie den Rotwein vielfach prägen. Und so schmeckt der Weiße nach frischer Frucht, der Rote hingegen nach Tabak, Leder oder Kaminholz.

Es bleibt dabei: Winterzeit – Rotweinzeit

Kaum werden die Tage kürzer und kühler, werden immer weniger weiße und umso mehr rote Weine bestellt. Von Ihnen, liebe Weinfreunde – und Sie sind für uns natürlich das Maß aller Dinge.
In der kalten Jahreszeit sind wieder kräftige Speisen angesagt – vorbei die Periode von Salat und leichter Sommerküche – und zu den deftigen Gerichten mit viel Fleisch passen kräftige, opulente, geschmeidige Rotweine: tiefdunkel und intensiv aromatisch. Gern dürfen diese Tropfen nach Lakritz, Zimt, Leder oder Tabak duften und schmecken.

Deftige Küche ruft nach kräftigen Weinen

Die Auswahl zum Thema „winterliche“ Rotweine ist überwältigend: Barolo, Amarone, Brunello di Montalcino, Primitivo, Zinfandel, apulische Negroamaro-Weine, Cabernet Sauvignon, Syrah, Shiraz, Petite Sirah, spanischer Tempranillo, intensiver Portwein, Rioja, argentinischer Malbec, neuseeländischer Spätburgunder, Bordeaux… Die Liste ließe sich fortsetzen.
Zum fruchtbetonten, eichenholzgereiften Cabernet Sauvignon empfehlen wir ein saftiges Steak, doch auch ein scharf angebratenes Rinderfilet, ein Waldpilz-Risotto oder reifer Käse passen wunderbar dazu. Ein intensiver Syrah oder Shiraz harmoniert herrlich mit Lamm und geschmorten Pilzen oder Grillgemüse. Zinfandel ist enorm vielseitig und liebt beispielsweise Tomatiges, reifen Käse, Schokolade. Petite Sirah kann gut mit geschmortem Fleisch, Gulaschsuppe, Chili con Carne.

Weiß aber oho

Und falls Sie partout gegen den Strom schwimmen möchten, haben wir auch ein paar weiße Winter-Empfehlungen für Sie: Üppige, in Eiche ausgebaute Chardonnays, Gewürztraminer oder Grauburgunder können der kalten Jahreszeit durchaus Paroli bieten und so manches winterliche Gericht kraftvoll begleiten.

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